Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. (Lukas 18,31)

Jesus tritt seinen Weg nach Jerusalem an. Nach dem Wochenspruch aus dem Lukasevangelium hat er geahnt, dass er dort sterben wird. Das Evangelium stellt diesen Weg des Leidens als von Gott gewollt dar. Im oben genannten Satz aus der Bibel wird das Schicksal von Jesus gar mit dem Wort „Vollendung“ in Verbindung gebracht.

Mir geht das eigentlich zu schnell. Zuerst einmal ist der Tod eines Menschen etwas Schreckliches. Jesus stand in der Blüte seiner Jahre. Er hätte noch so Vieles sagen und erleben können. Noch viel mehr Menschen hätten durch seine Heilungen gesund werden können. Jesus hätte nach seiner Wanderprediger-Karriere heiraten und Kinder zeugen und in der Schar seiner Enkel den Lebensabend genießen können. Sein früher Tod ist grausam, so wie jeder frühe Tod grausam ist. Lässt man auf sich wirken, auf welch bestialische Art Jesus hingerichtet wurde, wirkt die Vorstellung, da sei irgendetwas „vollendet“ worden, fast bizarr.

Wischen wir deshalb das Leiden nicht zu schnell vom Tisch! Geben wir dem Schmerz nicht immer gleich einen Sinn! In der Begegnung mit Trauernden oder Leidenden können vermeintliche Begründungen zusätzlich zum Schmerz noch mehr verletzen: „Es wird schon sein Gutes haben.“ „Dein Mann hat es jetzt im Himmel besser.“ „Gott hat bestimmt einen guten Plan mit deiner Krankheit.“ – Solche Vertröstungen verbieten sich. Sie wischen das Leiden zu schnell vom Tisch und verharmlosen es damit.

Mir geht die Aussage des Wochenspruch eigentlich zu schnell. Aber vielleicht kann ich ihn auch langsam nachbuchstabieren: Jesus tritt bewusst oder unbewusst seinen Leidensweg an, um einen grausamen Tod zu sterben. In Jerusalem spinnen seine Feinde eine Intrige und betreiben seine Hinrichtung. Als es geschieht, sind seine Freundinnen und Freunde entsetzt. Selbst das leere Grab ist kein Grund zur Freude, sondern Ursache großen Schreckens (vgl. Markus 16,8). Dennoch setzt sich nach einer gewissen Zeit die Überzeugung durch, dass das Leiden von Jesus nicht vergeblich war. Die Nachfolger von Jesus deuten das leere Grab nach und nach als Bestätigung der Worte und Taten von Jesus. Gott stellt sich zu allem, was Jesus gesagt und getan hat. Und zu allem, was Jesus erlitten hat. Jesus ist ein Justizopfer. Aber er ist mehr als das. In ihm hat Gott selbst gezeigt, dass er das Leiden nicht scheut. Wir meinen in der Not manchmal, Gott hätte uns verlassen. Doch eigentlich gilt das Gegenteil: Weil Gott in Jesus das Leiden nicht wegdrückt und vermeidet, ist er uns auch in jeder schwierigen Situation ganz nahe.

Jesus tritt seinen Weg nach Jerusalem an. Wir Christinnen und Christen beginnen an Aschermittwoch einen inneren Weg, der bis Ostern reicht. Manche verzichten auf Alkohol, Süßigkeiten oder Koffein. Verzicht kann helfen, sich auf das Wesentlich im Leben zu besinnen:

Dass Gott uns in jedem Augenblick nahe bleibt. Gerade dann, wenn uns gar nicht danach ist.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer Konrad Köhnlein, Evangelische Kirchengemeinde Pfedelbach

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