Wochenspruch 1. Korinther 3,11 Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Am vergangenen Sonntag war Reformationsfest. Die Erinnerung an den 31. Oktober 1517 ist spannend für alle Konfessionen. Es dürfen also auch Katholikinnen und Katholiken gerne weiterlesen.

Ein junger Mönch namens Martin Luther soll damals – vor 504 Jahren – 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben. So hat man das damals gemacht. In Zeiten ohne Smartphone, Computer und Internet. Alle Studenten konnten an der Tür mit den Thesen vorbeigehen, sich das Wichtigste merken oder notieren und davon weitererzählen. So verbreiteten sich die Thesen Luthers in Windeseile und veränderten die Welt.

Luther war dagegen, dass Menschen (damals der Papst) Gottes Gnade verwalten. Er war gegen die Ablassbriefe, die damals verkauft wurden. In den kommenden Jahren entdeckte Luther in der Bibel: Gott liebt uns ohne Vorbedingungen. Wir müssen und können uns Gottes Zuneigung nicht verdienen. Gottes Gnade ist Gottes Gratis-Geschenk an uns Menschen. Darin sind sich übrigens heute Katholiken und Protestanten völlig einig!

Der Wochenspruch erinnert uns daran, was (besser gesagt: wer) die Grundlage unseres Glaubens ist: Keine Lehre, kein Buch, kein Ritual. Basis und Grundlage ist die Person Jesus Christus. Christinnen und Christen glauben: Im Bauhandwerker und Wanderprediger Jesus aus Nazareth hat sich Gott gezeigt. Und wie! Jesus heilte. Jesus besuchte Menschen am Rand der Gesellschaft. Jesus ließ sich lieber verhaften, foltern und töten, als seinen Feinden ein Haar zu krümmen. So ist Gott! Er macht Menschen heil! Er hat Kontakt zu allen – ob fromm oder unfromm, alt oder jung, krank oder gesund. Er schüttet lieber über aller Welt seine Liebe aus, als Menschen Leid zuzufügen.

Dass Gott so ist und kein rachsüchtiger Typ, der weit entfernt im Himmel thront, hat Luther entdeckt und publik gemacht. In einer Zeit, in der alle vor Gott zitterten, hat Luther gesagt: „Gott ist ein glühender Backofen voller Liebe“.

Es bleibt eine lebenslange Aufgabe, das für uns durchzubuchstabieren. Denn unsere Gesellschaft bringt uns etwas anderes bei: Dass wir geliebt sind, wenn wir etwas leisten. Das lernen wir (leider) von Kindesbeinen an.

„Sei brav, dann sind wir zufrieden mit dir“, sagen die Eltern.

„Lern deine Vokabeln, dann bekommst du eine Eins“, sagt die Lehrerin.

„Sei fleißig und setz dich für das Unternehmen ein“, sagt der Chef.

Bei Gott aber gilt eine andere Wahrheit: Du Mensch bist geliebt. Einfach so. Ohne Vorbedingungen und Vorleistungen.

 

Es grüßt Sie herzlich, Pfarrer Konrad Köhnlein – Ev. Kirchengemeinde Pfedelbach

Bild: Arbeitshilfe Religion Grundschule NEU, 3./4. Schuljahr – 3. Teilband – Calwer Verlag, Stuttgart, nach: Werner Tiki Küstenmacher: Tikis Evangelisch-Katholisches Buch, © Calwer Verlag Stuttgart, 22013

 

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